Kaliméra

610 Seemeilen liegen hinter uns – so weit sind wir seit unserer Abreise in Porto Santa Margherita gefahren. Am 2. Juni irgendwann nachts haben wir die 12-Meilen-Zone rund um die Insel Othonoi überfahren und seit vorgestern ist es auch offiziell: Wir sind in Griechenland.

Othonoi - sieht nicht so aus, wie ich mir Griechenland vorgestellt habe
Othonoi – sieht nicht so aus, wie ich mir Griechenland vorgestellt habe

Die Insel Othonoi liegt im ionischen Meer – und erhebt sich ganz mystisch aus dem türkisblauen Wasser. Die Ankerbucht auf Othonoi ist ein Traum. Bei unserer Ankunft haben wir uns zwischen 2 Boote gequetscht (für uns ist unserer Meinung nach gerade noch Platz) – 5 Stunden später teilen wir uns die Ankerbucht mit dann 16 anderen Yachten. Ganz schön voll hier 🙂 Das Wasser ist kristallklar und man kann auf dem Grund den Anker sehen. Und auch sonst ist Othonoi ein bisschen wie eine andere Welt. Während wir im meiner Meinung nach sehr schwankenden Cafe New York Frappe und Espresso trinken, kommen aus dem Nachbargarten ganz klägliche Geräusche. Herzerweichendes Kreischen. Dann Stille. Einige Minuten später biegt ein Mann mit blutverschmierten Händen um die Ecke, sehr stilvoll in Hemd und Stoffhose bekleidet, die aber mit Blutspritzern bedeckt sind.

Was sich liest, wie der Beginn eines Krimis ist auf so entfernten Inseln aber wohl normal – die vielen Yachties wollen Chicken Souflaki essen und irgendwo muss das Fleisch ja herkommen.

Platsch
Platsch

Harry und Stefan ( 🙂 Derrick lässt grüßen) – fahren mit dem Dinghy zu einer Höhle, die wir bei der Anfahrt auf die Ankerbucht entdeckt haben. Das Wrack, das angeblich da irgendwo in der Nähe liegt, sieht man aber trotz des klaren Wassers nicht. Da mich die beiden mit einer veritablen Männergrippe angesteckt haben, verzichte ich auf die Schwimmrunde – dem Tode nahe muss ich ja nicht unbedingt auch noch mit nassen Haaren herumsitzen.

Nach einer ruhigen Nacht mit viel „Ankerbuchtkino“ lassen wir Othonoi hinter uns und nähern uns Kerkira – das ist der griechische Name Korfus. Ein traumhafter Segeltag. Angekommen in der nächsten Ankerbucht muss ich allerdings nochmal genau die GPS-Daten überprüfen – rund um uns herum sind lauter Briten (die ganz stilecht mit Hemd und Pullover ins Dinghy steigen) – und auch die Tavernen in der Bucht sind fest in britischer Hand.  Dass es den Briten hier auf Korfu gefällt, verstehe ich voll und ganz – schließlich war Korfu mal unter britischen Protektorat. Sogar James Bond war mal hier.

Wir jetzt auch. Dank Harry, der Sundowner – und zuletzt dem dann wohl doch versöhnten Poseidon.

An dieser Stelle verweise ich auf einen neuen Service: Rent a Harry. Falls also jemand mal kompetente Hilfe, angenehme Gespräche, tolles Rührei und viel Segelwissen braucht: Meldet euch, wir vermitteln Harry gerne weiter.

Angekommen in Gouvia, einem Vorort von Korfu-Stadt dürfen wir Zeuge der griechischen Bürokratie werden. Während wir ganz entspannt mit nur einmal zwischen Marina-Büro und Hafenpolizei hin und herlaufen einklarieren und das DEKPA kaufen, beobachten wir einen Amerikaner, der aus Albanien mit seiner Yacht eingereist ist. Der Beamte der Hafenpolizei knöpft ihm die erforderlichen Gebühren ab, weist ihn dann aber auch darauf hin, dass er noch zum Zoll und zur Immigration muss. Die sind in Korfu Stadt und machen um 16:30 zu. Da es schon 15 Uhr ist, könnte das knapp werden. Auf die Frage des Amerikaners, ob er nicht auch am nächsten Tag zu diesen beiden Behörden fahren könne, antwortet der Hafenpolizist: Ich habe euch eben per Fax angekündigt. Wenn ihr da morgen erst hingeht, ist da ja dann ein anderer Beamter da – und der weiß dann nicht, was er mit euch machen soll.

6 Kommentare

    • Wir bleiben die nächsten 2 Monate im ionischen Meer, da wir Freunden und Bekannten die Chance geben wollen, mit uns segeln zu gehen. Und dann sehen wir weiter!

      • Das ist eine sehr gute Idee. Kann ich euch nur empfehlen. Es ist einfach wunderschön dort. Wir sind Ende des Monats in der Region segeln. Schreib einfach mal eine PN. Vielleicht ergibt sich ja ein Treffpunkt 🙂

  1. …wir sind bei euch 😉 Das mit der „Männergrippe“ versteh ich nicht ganz 😉 …bei uns war jetzt Nane schwer erkältet (und ist es noch), das Wasser in der Ägäis ist einfach noch zu kalt zum Baden. Weiterhin viel Spaß…

    • Mit Erkältung macht das alles keinen Spaß – ich hoffe, bei euch sind wieder alle fit an Bord! Bei uns wirds langsam!

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