Passierschein A38

Am Samstag durfte ich schon um 3:30 aufstehen. Seltsamerweise hat mir das fast nix ausgemacht – zu Bayer-Reisen nach Flims-Laax-Zeiten ging das ja auch ­čÖé

Um 10:30 war der Termin auf dem Standesamt. Ein erstaunlich n├╝chterner Ort (und ich vermute stark, dass Stefans Aussage, der Termin sei auf dem „Standesamt“ einer fehlerhafte Google-├ťbersetzungskette geschuldet ist).┬áWir waren – typisch Stefan – 10 Minuten zu fr├╝h. Fehlen also nur noch Massimo und Caterina, die Voreigner – und Alberto, unser Broker. Als schlie├člich alle (auch sehr p├╝nktlich, eben typisch italienisch) da waren, durfte die nette „Standesbeamtin“ loslegen. Und hier, mitten in Italien, sind wir ein bisschen auf der Suche nach dem Passierschein A38:

  • der Vertrag wird von der Standesbeamtin durchgelesen
  • sie findet einen Fehler
  • der Fehler wird mit Tippex gel├Âscht und mit Hilfe einer Schreibmaschine!!!!(Ich wusste gar nicht, dass Schreibmaschinen noch produziert werden) korrigiert
  • Der korrigierte Vertrag wird kopiert.
  • Nun kommt die schicke, holographische Briefmarke zum Einsatz, die Alberto mitgebracht hat. Aufgeklebt – und nun zu den Stempeln.
  • Stempel 1 wird gestempelt und ausgef├╝llt
  • Stempel 2 ┬áwird gestempelt – falsch – dann nochmal – dieses Mal richtig – und weitergehts
  • Stempel 3 kommt auf die holographische Marke.
  • Die Standesbeamtin stellt fest: Der Vertrag hat eine R├╝ckseite. Hier muss auch eine holographische Marke drauf. Wieder ein Stempel – bei der Batterie an Stempeln bin ich nicht sicher, ob das wieder Stempel 3 ist oder ein neuer.
  • Da wir auch eine Kopie wollen, geht die Stempelei von vorne los:
  • Stempel 1 ausf├╝llen
  • Stempel 2 auf die Marke
  • Stempel 3 auf die R├╝ckseite
  • Jetzt noch 1,04ÔéČ bezahlen – fertig.
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Vorauswahl der Stempel

 

Und somit sind wir jetzt Schiffsbesitzer.

Jetzt muss Massimo noch seine Sachen von Bord holen – und wir k├Ânnen einziehen. Der ganze Vorgang dauert ein bisschen – und ich bin schon mit Putzmitteln bewaffnet, um dann alles soweit zu desinfizieren, dass ich mich wohl f├╝hle. Mit Dan Klorix, Bad- und Glasreiniger einmal quer durchs Schiff – fertig.

Man muss ganz klar sagen – ohne Alberto h├Ątten wir das nie so hingekriegt. Denn auch wenn ich halbwegs verstehe, was die Italiener so schreiben (5 Jahre Latein-Qu├Ąlerei m├╝ssen ja auch irgendwas bringen) – ich h├Ątte keine Chance gehabt, zu verstehen, dass auf dem Vertrag irgendwo was in „Passato prossimo“┬ásteht, wo eigentlich die korrekte Zeitform „Presente“ verwendet werden sollte. Er hat uns auch sonst wirklich super geholfen und hat alles rings um den Yachtkauf einwandfrei geregelt.

Jetzt sind wir also Yachtbesitzer ┬á– und stehen vor einer Nacht im italienischen Winter – der sich allerdings aktuell sehr tief und kalt anf├╝hlt…

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