Regattatage

Alles fing mit seltsamen Bojen in der Hafeneinfahrt an. Die mussten wir bei unserem letzten Ausflug umfahren, bei Nacht sind die gar nicht sichtbar und eine genauere Untersuchung per Dinghy ergab, dass man sich da ganz fies ne Schnur in den Propeller ziehen kann, wenn man drüber fährt. Wir hatten vermutet, dass ein von Stefan beobachteter Zusammenstoß zweier Marineros mit ihren Dinghys zu einem Wrack geführt haben könnte. Doch weit gefehlt. Die Bojen wurden wegen einer Regatta ausgelegt. Mehr Infos gab es erst einmal nicht. 

Große Yachten in der Marina

Eine Internetrecherche ergab dann, dass es eine sogenannte Corfu Challenge geben soll. Nach und nach tauchten weitere Anzeichen für die Regatta auf. Rolex baute einen Pavillon, im Marina Office hing ein Aushang. Am P-Steg lagen sehr lange Rennyachten, gleich gekleidete durchtrainierte Männer in jeder Größe und Körperform liefen die Stege entlang. Die Informationen tröpfelten. Schließlich und endlich haben wir dann in Erfahrung gebracht, wo und wie diese Regatta stattfinden sollte.

Helikopter über der Marina

5 Renntage, 3 verschiedene Gebiete, in denen die einzelnen Läufe ausgetragen werden – und ein kleines Regattaoffice. Um genauer herauszufinden, wo genau wir denn hinfahren könnten, um mal ein Rennen anzuschauen haben wir in genau diesem Regattaoffice nachgefragt. Die waren recht überrascht (Wie, ihr wollt bei der Regatta zuschauen? Warum?). Diese Fragen haben wir mit Hinweis auf unseren Blog beantwortet. Und dann war erst mal zu viel Wind – und dann gar kein Wind. Der erste Renntag wurde von den Crews der Regattayachten zum Baden genutzt. Die Gesichter waren bei der abendlichen Preisverleihung am Pool in der Marina eher lang. Für uns war die Regatta irgendwie abgehakt – die sollte (trotz professioneller Begleitung durch Dronen, zahlreiche Boote und sogar einen Helicopter) einfach für einen sehr kleinen, elitären Kreis sein und dazu gehören wir nun einmal nicht.

Viel Wind, viel Sonne, viel Spaß

Umso überraschter waren wir dann über die Einladung, am Freitag auf dem Media-Boot mitzufahren. Das hat schlappe 1200 PS und für die 14 Seemeilen zur Rennstrecke braucht man 30 Minuten. Und das Media-Boot hatte Platz. Zusammen mit einem Sportjournalisten aus Athen und dem Redakteur des ONDECK-Magazins sowie einigen sehr hübschen und offensichtlich sehr reichen Damen rasten wir mit bis zu 30 Knoten in den Norden Korfus. Die 2 Rennen, die wir beobachten konnten waren sehr abwechslungsreich – es gab zwei unterschiedliche Sieger, das Team Bella Mente und das Team Cannonball.

Nah dran

Die beiden in der Gesamtwertung führenden Teams Momo und Proteus lieferten sich beim zweiten Rennen einen Kampf um Platz 2. Abgeschlagen war nur das Team der „Evniki“. Die hatten eine ältere Yacht, die die Steuerfrau des Teams von ihrem Vater (dem Eigner des Team Proteus) geschenkt bekommen hat. Mitsamt Crew. Und allem drum und dran. 

Auf ein Gläschen Champagner bei Rolex

Abends haben wir dann weiter Regattaluft geschnuppert – bei Rolex wurden wir auf einen Champagner eingeladen, vor der Übergabe der Tagespreise gab es Fingerfood, das von Luxushotels zur Verfügung gestellt wurde. Nur die Bierversorgung war etwas mau. Doch Segler finden da ein Lösung: Um einen Teil der Momo-Crew bildete sich recht schnell eine große Menschentraube mit Seglern aus den verschiedensten Teams. Die Momo-Crew hatte nämlich zur Preisverleihung einen Kühlrucksack mit Bier mitgenommen. 

Momo – das Team aus Bayern. Wurden nur 2., hatten aber dafür aber Bier

Der Sieger der Corfu Challenge 2017 ist das Team mit den schönsten Segeln: Die Proteus. Gefolgt von der Momo, einem bayrischen Team und der Bella Mente (die Yacht, die uns am Besten gefallen hat). Cannonball aus Italien wurde 4. und Evniki letzte. 

Wir haben uns ein bisschen wie VIPs gefühlt. Dass die Regatta aber so im Geheimen abläuft, obwohl es Media-Teams und Social Media Betreuer gibt, ist allerdings schon etwas rätselhaft. Zum Abschluss möchten wir Danke sagen – an Stratis Andreadis, der uns auf das Media-Boot eingeladen hat und an all die anderen, die unsere Fragen beantwortet haben. Und ich glaube, Stefan bedankt sich auch bei der jungen Dame, die im Bikini vor ihm saß und ihm den Ausblick auf die Regattayachten versperrt (oder versüßt?) hat 🙂

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