Lucifer – Hotter than Hell

Der Abkühlungseffekt ist nur so mittelgroß.

Dieses Jahr ist „Hotter than Hell“ nicht von Kiss – sondern von Lucifer. Das passt auch – nur klingt es besser als es ist. Lucifer ist ein Hitzehoch, das ganz Südeuropa fest im Griff hat. Fast überall gelten Hitzewarnungen und die Waldbrandgefahr ist enorm. Leider nicht nur die Gefahr:  Auf Korfu brennt es und eigentlich fast überall in Südeuropa auch. 

Und einen weiteren Nachteil hat Lucifer: Er killt den Wind. Also ist nicht einmal eine Abkühlung durch eine Brise zu erwarten – die Luft steht und flirrt und es ist einfach nur unsäglich heiß. Der thermische Wind, der normalerweise 3 Stunden bläst, brachte es gestern gerade mal auf 30 Minuten. 

Tautropfen

Wir leiden unter der Hitze – allerdings macht uns die extrem hohe Luftfeuchtigkeit noch mehr zu schaffen. Samstag früh tropfte Wasser vom Fliegengitter unserer Decksluken – der Boden im Schiff war klatschnass und das Deck sah aus, als hätte es geregnet. Hat es aber leider nicht. Wir hatten einfach 100 % Luftfeuchtigkeit.  Kurz vor Sonnenaufgang lag unsere Ankerbucht im Nebel – von den etwa 30 Yachten waren noch 2 zu sehen. Es sah schon wirklich mystisch aus. Wenigstens für schöne Fotos ist das Wetter gut.

8 Uhr – Nebel in der Bucht
Ohne Nebel, selber Blick, 2 Stunden später

So richtig erholen kann man sich zur Zeit nicht – und das sieht man uns langsam auch an. Das Wasser bietet fast keine Abkühlung und einzige ein Fußbad in einem Eimer mit Eiswürfeln hilft, die Körpertemperatur wenigstens ansatzweise herunterzukühlen. Unser Calippo-Eiskonsum steigt – in Griechenland gibt es nur eine Sorte Wassereis in mehreren Geschmacksrichtungen. Limette ist gut, Cola auch, Banane-Cola ist eine Erfindung aus der Hölle (finde ich).

Ein Eisbrecher – im ionischen Meer aktuell wirklich unverzichtbar!

Die Italiener zeigen sich von dem heißen Wetter gänzlich unbeeindruckt: Abends fällt eine Armada in die Duschräume ein, ausgestattet mit Bademänteln und meist roten Badehosen oder sehr knappen Bikinis. Nach einer extrem heißen Dusche wird dann noch gefönt – vermutlich ist es denen hier viel zu kalt. 

Noch haben wir Nordeuropäer nicht mit Regentänzen begonnen – lang kann es aber nicht mehr dauern. Ich glaube, im Moment sehnen sich hier alle (bis auf die Italiener in ihren Bademänteln) nach einem wunderbar kühlen, regnerischen deutschen Sommertag. Wer den also gerade hat, sollte ihn genießen 🙂

2 Kommentare

  1. Wenn man das Wetter in Europa einfach mal in den Mixbecher geben könnte… ! Kräftig durchschütteln und gleichmäßig über Europa verteilen, dann wären wahrscheinlich alle zufrieden 😉
    Was ihr an Hitze zu viel habt, haben wir hier zu wenig. Dafür können wir hier von Wind und Regen meistens gerne etwas abgeben. Abkühlung bekommen wir in der Ostsee hier genug (Wassertemperatur zwischen 18 und 20 Grad Celsius), allerdings lohnt sich das bei Lufttemperaturen tagsüber von 18 bis 22 Grad Celsius nicht so wirklich. Nachts ist das Wasser immer wärmer als die Luft, da fallen die Temperaturen auch gerne mal auf 12 Grad!

    • Jetzt geht es ja zum Glück schon wieder (ich trau mich gar nicht das zu schreiben, nicht dass es sich dann wieder ändert 🙂 ) Ich hoffe ja, dass wir die deutschen Temperaturen noch nicht so bald kriegen – ein bisschen normaler Sommer ist schon schön!

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