Unter dem Eispanzer liegt eine Wundertüte

Um etwa 2:30 hatte ich Stefan im Verdacht, mich mit der Taschenlampe zu ärgern. Schimpfen kann ich ja ganz gut und ich war auch schon kurz davor. Der Störenfried, der mir mitten in der Nacht ins Gesicht geleuchtet hat war allerdings nicht Stefan sondern der Mond, der direkt über meiner Luke Pause gemacht hat. Also hab ich mich gedanklich kurz bei Stefan entschuldigt und das nach dem Aufstehen dann auch noch persönlich gemacht.

Heute morgen war die Eisschicht noch etwas dicker als gestern. Unsere schicke Gangway ist total vereist und der Weg zu den Duschen ist schon sehr rutschig. Da ich definitiv nicht im Hafenbecken landen will (was vermutlich gar nicht so schlimm wäre, laut unserem Temperaturfühler hat das Wasser noch 21 Grad) – entscheide ich „Die Gangway wird gestreut“.  Salz haben wir ja gestern gekauft und es funktioniert erstaunlich gut. Unsere Gangway soll ja eigentlich verkauft werden – ich finde die aber aktuell sehr hübsch und auf die vereisten Holzplanken zu springen ist sicher auch keine gute Idee.

Heute steht die 2. Hälfte unseres „Wundertüten-auspacken“ auf dem Programm. In den Backskisten ist es jetzt wunderbar sauber, die Abdeckungen unserer Kompasse (oder hast das Kompeen???) strahlen schön weiß und insgesamt haben wir doch viel viel mehr Stauraum als gedacht. Bei vielen Ausrüstungsgegenständen sind wir noch nicht einer Meinung – ich hätte gerne das Rundum-Sicherheits-Paket mit Raketen, persönlichem AIS-Sender und allem, was der AWN-Katalog so hergibt. Das ist natürlich etwas unrealistisch und was so alles an Bord kommt, müssen wir noch ausdiskutieren.

Nochmal zum Thema Gangway: An einer Seite kann man wohl ein Geländer einstecken. Ich fand es schon sehr schade, dass dieses Geländer scheinbar verschollen ist. Also war meine Freude sehr groß als ich das Geländer samt blauer Leine in der Backskiste entdeckt habe. Jetzt sieht die „Sundowner“ total chic aus mit ihrer tollen Gangway.

So ist das mit Wundertüten – immer mal wieder findet man Dinge, die einen sehr freuen. Bei mir ists heute das Gangway-Geländer. Bei Stefan ist es ein weißer Damenhut. Der war in einem Schap (so heißen an Bord Klappschränke) – und ich muss gerade jedes Mal grinsen, wenn ich von meinem aktuellen Arbeitsplatz in die Naviecke schaue. Da sitzt Stefan mit dem sehr hübschen weißen Hut am Kopf.

Wir sind heute beide etwas übermütig und schließlich hissen wir die Lichterkette – wir müssen ja testen, ob das Seil unter der Saling hält. Das sieht so gut aus, dass wir über eine dauerhafte Beleuchtung des Mastes nachdenken!20151130_193348

 

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