Ausgewintert

Die Sundowner im Kran

Hier auf Sizilien haben wir schon länger Frühling. Alles blüht, wir haben die Sommerklamotten schon wieder ausgepackt und barfuß gehen ist tagsüber schon wieder problemlos möglich. Mit den Frühlingsgefühlen erwacht die Marina hier aus dem Winterschlaf. Überall wird geschrubbt und geputzt, Segel aufgespannt, Werfttermine stehen an. Bei uns auch. Nachdem wir in den letzten Wochen unsere Sundowner von vorne bis hinten und oben bis unten geputzt, aufgeräumt und poliert haben, stand dann letzte Woche der Teil auf dem Plan, den wir selbst nicht so einfach putzen konnten: Das Unterwasserschiff. 

Die Kunstdüngerfabrik hier in Licata zusammen mit den vorgelagerten Fischfarmen sorgen für jede Menge Bewuchs, leider auch bei unserer Sundowner und nicht nur an den Mooringleinen. Die Fahrt zur Werft dauerte dann etwas länger als veranschlagt. Die Werft liegt im Industriehafen und so war für mich klar: Da bleibe ich nicht an Bord. 

Also haben wir unsere Sundowner sicher bei Giuseppe in der Oceanica-Werft abgestellt und uns dann auf eine Reise in den Norden Siziliens begeben. 

Blühende Mimosen am Wegesrand

Beim Packen mussten wir schon feststellen, dass wir es total gewöhnt sind, alles dabei zu haben. Also war es weniger Gepäck und viel mehr ein Umzug. Von früheren Aufenthalten in italienischen Hotels wissen wir: Mit den Bettdecken habens die Italiener nicht so. Und so zu zweit unter einem Laken in einem Hotel ohne Heizung – das ist dann eher Folter als Urlaub. Also haben wir in weiser Voraussicht nicht nur Koffer gepackt, sondern auch noch unsere Bettdecken mit in den Kofferraum. Und weil ja Platz war, habe ich auch noch mein Kopfkissen mitgenommen. Und meinen Fön – wer weiß schon, obs sowas im Hotel  gibt. Der Fiat 500 war gerade so groß genug für unser Gepäck. 

Der Pool der Venus

Dass auch Google nicht immer Recht hat, mussten wir dann kurz nach Catania feststellen. Bisher haben wir nämlich auf Sizilien keine Maut bezahlt – und so stand das auch auf den ersten Google-Treffern. Hätte ich mal genauer geschaut – kurz nach Catania beginnt nämlich die Maut-Strecke. Wenn man bedenkt, was wir in den letzten Tagen an Maut bezahlt haben, dann ist es schon echt albern, dass in Deutschland überhaupt diskutiert wird, ob die Maut gut oder schlecht ist. Aber na gut, Urlaub ist Urlaub und Urlaub ist eben teuer 🙂

Nach knapp 3 Stunden „weg vom Boot“ hat uns die Sehnsucht nach Meer und Marinas schon wieder gepackt – wir mussten ja schauen, ob wir nicht hätten woanders besser den Winter verbringen können. Also erst mal nach Riposto. Gut dass wir da kurz vorbei geschaut haben – jetzt sind wir mit der Marina hier in Licata wieder etwas versöhnt. Nach einem kurzen Stop in Taormina (Touristen anschauen) haben wir unser Hotel in Villafranca Tirrena bezogen. Und zum Glück haben wir den halben Hausstand dabei – in dem nur 1,40 Meter breiten Bett gabs nur ein!!! Stofflaken als Decke. 

Baustelle in der Marina Capo d’Orlando

Am nächsten Tag haben wir dann gleich noch eine weitere Marina angeschaut (das ist bei unseren Trips meistens der Deal: Ich darf Sightseeing machen und Stefan darf Marinas anschauen). Die Marina Capo D’Orlando. Die soll angeblich im Juni eröffnen – wer große Baumaschinen und Zementmischer mag, kann sich die da ansehen. Der ursprünglich verkündete Eröffnungstermin im Juni wurde inzwischen auch schon wieder verschoben. Ist eben wie überall auf Sizilien – Domani Domani 🙂

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