Segeln ist sooo schön!

Wir hissen die Gäste-Flagge

In der letzten Zeit waren wir viel unterwegs. Wir hatten Martina und Bekim mit an Bord – und uns einiges vorgenommen. Und – trotz zum Teil schwieriger Wettervorhersage – einiges erreicht. Nach der Abkühlung konnten wir schon am Montag mit einem kurzen Badestop an unserer Lieblings-Badeinsel mit Blick auf Korfu Stadt einen schönen Schlag Richtung Festland segeln. Die Ankerbucht da war beinahe zu perfekt – ein total kitschiger Sonnenuntergang, nur etwa 10 Wespen und 6 andere Yachten, die uns aber in Ruhe gelassen haben. Was in einer Ankerbucht auch toll ist: Es gab überhaupt gar keine Wellen. Friedlich, ruhig, leise.

Nur wir und die untergehende Sonne

Am nächsten Tag dann das absolute Kontrastprogramm: Hart am Wind ⛵ waren wir trotz gerefftem Groß und gereffter Genua mit 7,4 Knoten Richtung Paxos unterwegs. Der Wind hatte die Wettervorhersage nicht gelesen und war etwas früher dran als erwartet. Und auch Lakka auf Paxos bot einen absoluten Kontrast zur verschlafenen Ankerbucht vom Vortag: Über 100 Yachten quetschten sich in die Bucht, zum Teil Bug an Heck mit Leinen an Land – der Wahnsinn. Ruhig war es hier nicht – und als Wellen und Wind dann weniger wurden, beschloss der Eigner einer Superyacht noch ein wenig Disco zu machen. An seinem Musikgeschmack muss er aber dringend noch arbeiten 😉

Mann am Steuer

Am nächsten Tag haben wir uns dann recht früh aufgemacht und kurz nach Paxos hat Stefan seinen Hut über Bord geworfen. Sein Ruf „Hut über Bord“ verklang bei dem Wachhabenden Martina und Bekim erst einmal ungehört. Frei nach dem Motto: Da wird schon eine andere Yacht vorbeikommen und den wieder rausfischen. Nach unserer Aufforderung, den Hut doch bitte zu retten und dringend ein Trainings-Hut/Mann-über-Bord-Manöver zu fahren brach geordnete Betriebsamkeit aus und nach kürzester Zeit war der Hut zwar nass, aber wohlbehalten wieder an Bord.

Weil wir dann noch auf Wind warten wollten, haben wir uns dann noch eine weitere türkise Ankerbucht angeschaut – für tagsüber ganz nett, baden kann man da schön – über Nacht bevorzugen wir einen etwas besser haltenden Ankergrund. Der Schlag nach Petriti war von drehenden Winden geprägt – mal von vorne, mal von hinten, von rechts, von links und eigentlich aus allen Richtungen dazwischen. Segel rein, Segel raus, Segel hoch, Segel runter – unser Ehrgeiz, möglichst viel zu segeln war Stefans Geburtstagswunsch und den konnten wir erfüllen. 

Die Styroporkiste haben wir unterwegs aufgesammelt!
Direkt danach: Delfine!

Aeolus war dann wohl etwas ausgepowert – am nächsten Tag gabs dann Wind aus keiner Richtung. Deswegen haben wir noch kurz ein „Kiste über Bord“-Manöver gefahren und eine Styroporkiste „gerettet“. Die in der Nähe jagenden Delfine 🐬 waren durch unser Manöver auf uns aufmerksam geworden und bedankten sich für unsere Säuberungsaktion und so durften wir ca. 4-10 Delfine für fast eine halbe Stunde um uns herumschwimmen sehen – das ist für diese Ecke Korfus ein sehr seltener und sehr beeindruckender Anblick! Da wir ein Date mit Elvis hatten, ging es zurück nach Gouvia.

Was danach geschah, ist Geschichte…

Und was passierte nach der Geschichte? Erst einmal wurden die Gemüter durch eine Essenseinladung nach Korfu Stadt wieder beruhigt. Mit tollem Blick über die Bucht haben wir das wirklich ausgezeichnete Essen schon wieder alle genießen können. Vielen Dank dafür – das hat einiges wieder gut gemacht. 

Zwischenstopp am Flughafen

Für die zweite Hälfte unserer Tour haben wir uns den Norden ausgesucht. Ein kleiner Umweg über den Flughafen mit Bade/Flugzeugbeobachte-Stop und dann nach Kalami. Diese Bucht kennen wir vom letzten Jahr und wir hatten sie in guter Erinnerung. Leider war es derart voll und permanent fuhren irgendwelche Taxiboote oder Dinghys von Luxusyachten vollgas durch die Bucht. Lärmend und wellig, total nervig. Der zusätzliche Schwell durch vorbeifahrende Fähren trug auch nicht zur Beruhigung der Lage bei. In der Hauptsaison bringen mich keine 10 Pferde mehr hierher. 

Bei der Arbeit

Nach einigen Tagen intensiver Ausbildung haben wir dann das Ruder an Martina und Bekim übergeben. Das hat auch was, sich mal chauffieren zu lassen. Den kleinen Durchhänger kurz vor der Nordwestecke Korfus beendeten wir dann durch eine spontan entstandene und grandios gewonnene Regatta. Nachdem uns eine Bavaria 51 überholt hatte war der Ehrgeiz geweckt und es wurde einhellig beschlossen, die „Gin Tonic“ einzuholen. Auf einmal ging es dann um jedes Grad, das wir härter an den Wind fahren

Jedes Grad zählt!

konnten, Wenden im Regattatempo und ein Ausreffmanöver, das höchstens 20 Sekunden gedauert hat. Die gesamte Crew war schlagartig hellwach und Meter um Meter holten wir die Gin Tonic ein. Als klar war, dass das gegnerische Boot mindestens noch einmal wenden muss, um die virtuelle Ziellinie vor uns zu überqueren, haben sie aufgegeben – unsere entscheidenen Grade, die wir härter an den Wind konnten haben uns einen Sieg beschert. Mit eingezogenen Segeln und eingeschaltetem Motor versteckte sich die Gin Tonic nach der schmachvollen Niederlage bis zum Sonnenuntergang in einer anderen Bucht. 

Waldbrand

Der letzte Segeltag zurück bot dann endlich mal einen angenehmen Vorwindkurs. Aus Nebelschwaden tauchten die nahegelegenen Inseln und auch Korfu auf. Und nicht nur Nebel versperrte die Sicht aufs Land: Durch die anhaltende Dürre der letzten Monate ist die Waldbrandgefahr extrem hoch und leider ist nun auch auf Korfu ein Waldbrand ausgebrochen. Immer wieder konnten wir kreisende Löschflugzeuge sehen – zuerst nur in der Luft, dann auch beim Wassertanken in der Bucht vor Ipsos. 

Sicher im Hafen – das Gewitter kann kommen

Nach 163 Meilen, 8 Buchten in 7 Tagen waren wir dann froh, rechtzeitig vor dem Gewitter wieder in Gouvia zu sein – morgens um halb sechs krachte es gewaltig, Böen zogen durch und wir waren froh, nicht den höchsten Mast in der Gegend zu haben. 

Wir sind nach wie vor begeistert vom abwechslungsreichen Segelrevier rund um Korfu. Und ich denke, unsere Begeisterung für unsere Sundowner, das Segeln an sich und die Region hier konnten wir weitergeben. 

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